Die Wohngemeinschaften “Bitter & Süß” bei Essstörungen

Essstörungen sind schwere Erkrankungen mit massiven Folgeschäden für den Körper. Ständiges Beschäftigen mit Essen bzw. Nicht- Essen wird eine Art Ersatz für Gefühle wie Wut, Trauer, Aggression, Sehnsucht, Lust o.ä.. Auch wenn sich sicherlich viele Essgestörten falsch ernähren, handelt es sich nicht um Ernährungsstörungen sondern um seelische bzw. psychosomatische Erkrankungen mit einer hohen Sterblichkeitsrate und mit Suchtcharakter, bei deren Entstehung viele Faktoren, z.B. familiäre, gesellschaftliche, genetische Ursachen, zusammenwirken. Diäten können ein Einstieg sein.

Welche Essstörungen es gibt, woran man sie erkennt, was Über- bzw. Untergewicht bedeutet, Hinweise zu auffälligem Essverhalten, Tests, Tips, Rat und Hilfe an Ihrem Ort und vieles mehr finden Sie auf den sehr informativen Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Familien mit einem essgestörten Kind brauchen in der Regel zusätzlich zur Behandlung der Kranken selbst Unterstützung und Entlastung, zum Beispiel durch eine Gesprächsgruppe für Eltern oder eine spezielle Beratung über längere Zeit.

Der NHW e.V. unterhält mit der Einrichtung "bitter&süß" eine spezielle Form der Hilfe für junge Menschen mit einer Essstörung und ihre Familien. Denn oft reicht bei eine Klinikbehandlung schon von der Dauer her nicht aus. Deshalb wird Jugendlichen zur weiteren Stabilisierung nicht selten empfohlen, danach in eine auf Essstörungen spezialisierte sozialpädagogische oder therapeutische Wohngemeinschaft mit anderen Betroffenen zu ziehen. Die Betreuenden sind morgens, von mittags bis abends und nicht nachts anwesend (Teilzeitbetreuung).

In der WG haben sie nach und nach in alltagsähnlicher Belastung die Möglichkeit, ihr emotionales Leid, unlösbar erscheinende innere Konflikte oder seelische Traumatisierungen weiter aufzuarbeiten, damit das Denken und Fühlen nicht mehr ständig um das Essen, Nicht- Essen, Gewicht, Aussehen, um den unwiderstehlichen Drang nach Nahrung oder nach gewichtsreduzierenden Maßnahmen kreist.

Die Betreuer/-innen sind dabei behilflich, die Zusammenhänge zwischen diesen Problemen zu ergründen und neue, korrigierende Erfahrungen zu ermöglichen. Sie unterstützen beim Finden eines eigenen Weges in das Erwachsenen- Sein (Schule / Beruf, Wohnung, Finanzen, Freizeit, ...). Dazu bietet die WG einen einladenden Platz zum Leben, Raum zum Entdecken und Ausprobieren des eigenen Weges - in einer guten Mischung aus emotionaler Unterstützung und haltgebender Struktur.

Wir kombinieren unsere betreuten WG's

 

 

- 5 Personen leben in geräumigen und angenehm möblierten Räumen im schönen Berliner Südwesten (Dahlem / Lichterfelde West, gute ÖPNV- Anbindung nach Brandenburg / v.a. Postdam - mit: gemeinsamen Mahlzeiten, Unterstützung durch eine erfahrene Ernährungsberaterin, begleitender Einzelpsychotherapie, Verlaufskontrolle durch eine wohnortnahe Ärztin, alltagsorientierten Selbsterfahrungsangeboten und Gesprächsangeboten für die Familienmitglieder)

mit einer wöchentlich stattfindenden Selbsthilfegruppe

- im Beratungszentrum für Ess- Störungen Dick & Dünn e.V. und regelmäßigen Gesprächs- und Gruppenangeboten an die Eltern / Personensorgeberechtigten als notwendige Unterstützung des Heilungsprozesses (Teilnahme wird erwartet).

 

"Bitter & Süß" hat eine eigene Webseite mit ausführlicheren Informationen.

Wichtig: Wenn Sie sich fragen, ob Sie selbst oder ein/e Angehörige/r an dieser Krankheit leidet, lassen Sie sich von einer Beratungsstelle informieren und suchen Sie gegebenfalls eine/n Arzt/Ärztin auf. Bei Dick & Dünn Berlin erhalten Sie alle weiteren Informationen und ein umfangreiches Beratungsangebot.

Lesen Sie auch: Adipositas, Anorexie, Bulimie, BMI, (in unserer Infothek) und die sehr informativen Seiten der Beratungsstelle "Dick&Dünn".